Frühlingshafte Scones

Ich weiß nicht, wie viele Jahre es nun schon her ist, dass ich das erste Mal Kräuter-Scones gebacken habe. Ich schätze mal, es war im Jahr 2013?

Ich kann mich erinnern, dass ich zu Hause gebacken habe, mit frischen Kräutern aus dem Garten meiner Mutter: Rosmarin, Petersilie, Thymian… Sonnenwarm aus dem Beet. Die Scones wurden wieder und wieder gebacken, bis ich sie dann doch eines Tages nicht mehr sehen konnte. Und was nicht in Vergessenheit hätte geraten dürfen, ging verloren. [Nerd-Test: Wer hat’s gesagt?![1]]

Fast forward ins Jahr 2019. Vor drei Wochen waren Flo und ich das erste Mal Bärlauch pflücken und brachten ein bisschen (na gut, viel) zu viel mit. Nachdem die üblichen Verdächtigen abgearbeitet waren und der Schrank voller Pesto, Salz und Öl stand, war immer noch etwas übrig. Und da tauchten sie aus meiner Erinnerung auf: Kräuter-Scones!

Nach ein paar Probeläufen habe ich das Rezept  nun erfolgreich veganisiert, an die Frühlings(-wild-)kräuter angepasst und teile es jetzt mit Euch!

Zutaten

  • Ca. 100 g gemischte Wildkräuter
  • 460 g Mehl (ich nehme am liebsten Roggen)
  • 1 TL Salz
  • 2 TL Backpulver
  • 125 g Margarine
  • 1 EL geschrotete Leinsamen
  • 100 ml Pflanzenmilch
  • 100 ml Wasser (nach Bedarf anpassen)
  • Weißer Sesam

Anleitung

Gebt die Leinsamen und 3 EL lauwarmes Wasser in ein Schüsselchen und lasst das Ganze ein paar Minuten stehen, bis die Mischung angedickt ist. Dieses „Leinsamen-Ei“ gibt dem Teig etwas mehr Haftung.

Dann kümmert ihr Euch um die Kräuter. Bei mir waren es Bärlauch, Löwenzahn, Schnittlauch und Brennnessel, Ihr könnt aber natürlich alles nehmen, was Ihr an essbaren Kräutern findet. Am Ende des Rezeptes schreibe ich Euch noch auf, welche Wirkungen die verschiedenen Wildkräuter haben. Hackt die Kräuter klein und stellt sie beiseite.

Gebt Mehl, Salz, Backpulver, Margarine, die Leinsamen und die Kräuter in eine Schüssel, ebenso die Pflanzenmilch. Verknetet alles per Hand oder mit dem Knethaken und gebt nach Bedarf das Wasser dazu. Je nach der Mehlart und der Feuchtigkeit des „Leinsamen-Eis“ kann es sein, dass Ihr nicht alles oder auch etwas mehr braucht.

Den Teig nicht zu lange kneten! Er sollte eher trocken sein und leicht zu formen. Dann ab mit dem Teig auf ein Blech (Backpapier oder gewachst). Den Teig zu einem Rechteck mit einer Dicke von ca. 4 -5 cm ausrollen. Zum Schluss mit einem Messer  die späteren Stücke markieren. Zum Schluss mit einem Esslöffel Sesamsamen bestreuen.

Bei 200°C in den vorgeheizten Ofen damit und nach etwa 25 min habt ihr frische Wildkräuter-Scones!

Die Kräuter und ihr Wirkung

Damit Ihr die Kräuter in Euren Scones verbacken könnt, die für Euch am besten sind, hier noch eine kleine Auswahl:

  • Bärlauch kannte man schon in der Steinzeit und nutzte ihn als Heilpflanze. Verwandt mit dem Knoblauch hat er ähnliche Eigenschaften und  wirkt entzündungshemmend und antibiotisch. Daneben soll Bärlauch bei Bluthochdruck helfen und den Cholesterinspiegel senken. [2] Daneben hat Bärlauch pro 100g ca. dreimal so viel Vitamin C wie Orangen.
  • Lange Zeit von Gärtnern bekämpft, ist die Brennnessel eigentlich eine Bereicherung für den Speisezettel: Vor allem für Veganer ist wohl der hohe Eisengehalt interessant. 100 g Brennnessel enthalten 4120 µg Eisen und damit mehr als das doppelte als 100 g Rindfleisch! Auch Vitamin C und A sind in größeren Mengen enthalten. Die Brennnessel gilt als stoffwechselanregend, blutreinigend und entwässernd. [3]
  • Giersch: Auch der Giersch ist so ein Kraut, das manchen Gärtner in den Wahnsinn treibt. Dabei ist er ebenso wie die übrigen Frühlingskräuter eine Vitaminbombe: Vitamin A und C, dazu kommen Eisen, Magnesium und Calcium. Auch hier reicht die zugesagte Wirkung von blutreinigend über entgiftend und entzündungshemmend hin zu verdauungsanregend. [4]
  • Löwenzahn: Die Bitterstoffe der Blätter gelten als harntreibend und stoffwechselanregend, daneben sind auch im Löwenzahn viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten.[5]

Natürlich gibt es noch viele weitere Kräuter, die Ihr verwenden könnt – nicht nur im Frühling! Aber man merkt es schon an der Wirkung der Pflanzen: im Frühling haben alle Lebewesen das Bedürfnis nach Reinigung und Entschlackung und danach, die Nährstoffreserven nach dem Winter aufzufüllen!

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Sammeln und Backen!

[1] „Ich spüre es in der Erde, im Wasser, in der Luft.“

Immer noch nicht? Galadriel, in Der Herr der Ringe, Die Gefährten, war’s.
[2] https://baerlauch.die-heilpflanze.de/heilwirkung.htm
[3] https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/kraeuter-gewuerze/inhalt
[4] https://www.fitundgesund.at/giersch-artikel-636
[5] https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/kraeuter-gewuerze/inhalt

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