Wie grün ist dein Tannenbaum?

Manche Probleme – oder deren Relevanz versteht man ja manchmal nicht. Mit zum Beispiel ging es mit den „lebenden“ Christbäumen so.

Bei meiner Familie gab es natürlich auch immer einen großen, ausladenden Christbaum, der eine Ecke des Wohnzimmers ausfüllte. Er stammte von der „Christbaum-Plantage“ (in Anfrührungszeichen, weil sie recht klein war 😉 ) meines Großvaters und wurde jedes Jahr am Tag vor Weihnachten ausgesucht. Wer aussuchte, war unterschiedlich, aber mein Papa hatte meist das letzte Wort – nur um dann zu Hause von den Daheimgeblieben gemaßregelt zu werden, dass der Baum zu schief, zu klein, zu hoch oder zu wenig buschig sei. Ernst gemeint war dieses Geflachse natürlich selten, aber ich erinnere mich dennoch daran, dass wir einmal Äste von unten nahmen und in den Stamm Löcher bohrten, wo diese dann befestigt wurden. Der Baum war wohl wirklich nicht buschig genug. 😉

Im Jänner wurde dieser Baum dann zerlegt und im Kamin verheizt, komplett genutzt quasi. Ich fand das nicht so schlimm, schließlich passiert mit „normalen“ Brennholz nichts anderes.

via canva.com

In Wien dann habe ich das erste Mal gesehen, was anderswo mit den Bäumen passiert. Da sammeln sich an jeder Straßenecke die Bäume. Und auch, wenn sie später im Tiergarten verfüttert oder als Brennstoff genutzt werden, die Mengen sind extrem. Allein in Wien werden rund 700 Tonnen Christbäume entsorgt. [1] In ganz Österreich fallen jedes Jahr 2,6 Millionen Bäume an. [2] Und leider ist es noch nicht einmal Standard, dass die Bäume abgeschmückt werden – die MA 48 muss extra darum bitten, Schmuck zu entfernen. Motto: „Ohne Lametta wäre netter!“ [1]

via http://dijaspora.tv/

Meiner Meinung nach sind auch Plastik-Tannen keine wirkliche Lösung, aus demselben Grund, der Plastik immer problematisch macht: Das Zeug ist einfach für immer. Auch wenn der Baum 10 Jahre genutzt wurde, bevor er kaputt geht – bis das Plastik abgebaut wird, vergehen Jahrhunderte – oder ein wertvoller Rohstoff wird einfach verbrannt. Außerdem: ich finde sie auch einfach nicht schön, ehrlich gesagt.

Flo und ich haben eine kleine (okay, sie ist winzig) Tanne am Balkon, die als Weihnachtsbaum herhalten muss, aber wenn man diesen Platz während des Jahres nicht hat, sind „Leihbäume“ eine tolle Lösung. Und damit zumindest die Wiener einen Überblick haben, folgt hier eine Liste der Baum-Verleihe in Wien.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

via canva.com

Green Tree

Greentree ist der älteste Anbieter in Österreich und zugleich auch der Größte. Übrigens wird auch nach München geliefert. Will man den Baum behalten, ist das auch kein Problem,d er Preis bleibt gleich.

Lieferzeitraum: 02.12 – 23.12.2019

Abholzeitraum: 04.01 – 17.01.2019

Angebot:

  • West-Christmas Tree, 40 – 60 cm: 38 €
  • Nordmann-Tanne, 80 – 100 cm: 65 €
  • Nordmann-Tanne, 120 -140 cm: 78 €

Gartenbau Wilhelm

Gartenbau Wilhelm hat seinen Sitz in der Steiermark, liefert aber auch nach Wien. Auch eine Abholung vor Ort ist möglich. Auch hier ist es möglich den Baum zu behalten.

Lieferzeitraum: ab sofort – 23.12.2019

Abholzeitraum: 02.01 – 19.01.2019

Angebot:

  • LifeChristBaum, 80 – 100 cm: 49 €
  • LifeChristBaum , 120 – 140 cm: 59 €
  • LifeChristBaum , 150 -160 cm: 69 €

Christbaumkulturen Willibald Greßl

Bei Christbaumwelt kann man Bäume im Topf mieten, allerdings müssen sie vor Ort bei einem der Standorte abgeholt werden. Eine Reservierung bzw. eine Onlineanfrage sind notwendig.

Christbaum Pfeiffer

Bei Christbaum Pfeiffer in Eichgraben kann man sich seinen lebenden Christbaum sogar selber ausgraben, wenn man will. Man kann sich aber auch einfach einen ausgebuddelten an einem der Verkaufsplätze besorgen.

Angebot:

  • Tannen und Blaufichten bis 150 cm

Andere Anbieter

Unter weihnachtsbaum.at gibt es eine Suchmaschine, bei der es auch die Auswahl „Lebende Christbäume im Topf“ gibt. Die Liste gibt es hier.

Allerdings: ich konnte bei den meisten dieser Anbieter nicht verifizieren, ob es denn nun wirklich lebende Christbäume gibt, da sie keine Angaben dazu online haben. Ich freue mich sehr, wenn es weitere Ergänzungen gibt und ihr mir Bescheid sagt, wenn ihr irgendwo weitere Christbäume im Topf findet!

via canva.com

Eigentlcih wollte ich diesen Post schon veröffentlichen, bevor ich bei der kleinen Botin noch auf ein paar interessante Anmerkungen gestoßen bin, wonach auch die lebenden Christbäume nicht optimal sind: wegen der Pestizide, der Herbizide, der Importe… Die Liste ist, wie überall, wo es um Gewinnmaximierung geht, lang. Am Ende ist also wieder einmal die wirklich gute Lösung nicht vorhanden. Einen halbwegs guten Ansatz gibt die Christbaumschleife, die die Herkunft der Bäume verfolgbar macht.

Was man tun kann: nachfragen! Also, egal, ob ihr einen Baum mit oder ohne Topf kauft: fragt nach, woher er kommt, wie er aufgewachsen ist…


Viel Spaß beim Weihnachtsbaum suchen,
Maria

[1] https://www.wien.gv.at/umwelt/ma48/sauberestadt/christbaumsammlung/
[2] https://www.trend.at/leben/miet-christbaum-topf-6157106

DIY: Zero Waste Adventskalender

Der Zero-Waste-Adventskalender-Swap ist in vollem Gange und die TeilnehmerInnen sind schon fix am basteln – schließlich gibt es hier eine „Deadline“. Aber ehrlich gesagt: in den vergangenen Jahren, wenn ich „nur“ für Flo oder meine Familie einen Kalender gebastelt habe, wurde der oft am 01.12 so gegen Mittag fertig – oder bestenfalls am Tag davor. Gerade so halt.

Sackerl aus alten Zeitungen basteln ist ganz einfach, gratis. Anleitungen gibt’s im Web zuhauf.

Damit ihr, falls ihr Euch mit dem Gedanken tragt, einen Adventskalender für jemanden zu basteln, nicht in die Verlegenheit kommt, erst kurz vor knapp fertig zu werden, kommt hier eine kleine Hilfestellung.

Die Verpackung

Papier

Ich persönlich bin ein großer Fan von kleinen Papiersackerln. Die lassen sich schnell aus Altpapier selber machen und man kann die Größe variieren. Ich nutze gerne alte Zeitungen dafür, besonders „Die Zeit“ und die „Süddeutsche Zeitung“ haben oft sehr schöne Bilder drin- aber auch reine Schriftseiten können sehr dekorativ sein. Bücher, die im Altpapier landen sollten (Sakrileg in meiner Welt, aber gut ;)), können hier auch noch einem zweiten Leben zugeführt werden. Ein toller Tipp auch von einer Leserin auf Instagram: altes Geschenkpapier sammeln! Immer wieder kommt man um diesen Müll halt nicht rum und dann macht es Sinn, ihm zumindest neues Leben einzuhauchen!

Auch alte Briefumschläge (oder selber gemachte aus Altpapier) sind eine tolle Verpackungsvariante, vor allem für Rezepte, Karten, Geschenkanhänger… Oder kleine Schächtelchen, ebenfalls aus Altpapier, lassen sich einfach falten.

Papiersackerl aus altem Zeitungspapier

Klopapierrollen sind ebenfalls ein praktischer „Nicht-Müll“. Als „Bonbon“ in Papier eingewickelt oder oben und unten eingedrückt sind sie eine optimale Verpackung für größere oder zerbrechliche Kleinigkeiten.

Stoff

Etwas aufwändiger in der Herstellung, dafür aber auch deutlich länger nutzbar sind kleine Stoffsackerl. Die Herstellung ist, mit etwas Näherfahrung, ganz einfach – aber auch Nähanfänger schaffen ein paar gerade Nähte normalerweise.

Beim Stoff solltet ihr darauf achten, Biostoffe zu nutzen, auch wenn diese ein bisschen teurer sind. Ich bin ein besonderer Freund der Westfalenstoffe, die in Deutschland produziert werden und wunderschöne, auch weihnachtliche Muster haben.

Eine Anleitung für einfache Stoffsackerl findet ihr zum Beispiel bei Hummelhonig

Walnüsse

Aus der Aufwandliste weit oben, dafür wunderschön anzuschauen: Walnüsse öffnen, ohne die Schalen kaputt zu machen, füllen, Faden rein, zukleben und eventuell anmalen.

Oder ihr kauft einen Walnuss-Kalender 😉

Die Füllung

Nachdem wir jetzt also eine Verpackung haben, kommt es zur Hauptsache: Was kommt eigentlich rein?

Ich verzichte hier übrigens bewusst auf eine Unterteilung in Kinder, Frau, Mann, Oma, Opa etc. So einen Kalender kann man wunderbar neutral und trotzdem persönlich machen, mit lauter tollen Sachen, die absolut jeder brauchen kann!

Essbares

  • Lebkuchen [Achtet bei den Rezepten für Kalender darauf, dass sie zumindest zwei Wochen auch haltbar sind. Bevorzugt am Anfang in die Päckchen stecken.]
  • Schokolade [Getestet und für ziemlich genial befunden]
  • Trinkschokolade [am besten in ein schönes Glas füllen]
  • Gewürze [toller Pfeffer, schöne, selbst gemachte Mischungen…]
  • Kräutersalz/ Gewürzsalz [ganz leicht selbstzumachen und schön anzuschauen]
  • Tee [selbst gesammelt oder lose gekauft und am besten in ein schönes Stoffsackerl verpackt]
  • Süßes aus dem Unverpacktladen

Nützliches

  • Bienenwachstücher [hier bestellen oder selber machen]
  • Seife [selber sieden optional, macht aber natürlich besonders viel her]
  • festes Shampoo
  • Kastanien- oder Efeu [getrocknet, Portion zum Ausprobieren als Waschmittel]
  • Salben und Cremes [auch hier: selbst gemacht ist besonders cool!]
  • Abschminkpads
  • Zahnputztabletten [nur ein paar zum Testen]
  • Briefumschläge aus Altpapier [vielleicht mit Ortsbezug aus Karten?]
  • Rezepte [du hast das perfekte vegane Vanillekipferl-Rezept? Her damit!]
  • Karten [passend zu den Umschlägen?]
    Saatgut [für Gärtner]
  • Samentütchen [auch für Gärtner]
Samentütchen selber machen und Saatgut rein – eine schnelle Idee für Gärtner

Schönes

  • Geschenkanhänger [die kann der /die Beschenkte dann gleich weiter benutzen]
  • Gedichte und Gedanken [muss ja nicht immer eine Sache sein]
  • ein Erlebnis [siehe oben. Und wenn es nur eine gemeinsame Tasse Tee ist]
  • Kerzen

Beispielbefüllungen

Für eine junge Frau, vegetarisch, low waste, gärtnert am Balkon

  1. Lebkuchen
  2. Selbst gezogene Bienenwachskerze
  3. Gedicht
  4. Briefset aus einem Umschlag und einer Karte
  5. Lebkuchen
  6. Selbst gesiedete Seife [Nikolaus]
  7. Zahnputztabletten
  8. Lebkuchen
  9. Saatgut
  10. Teeblume
  11. Geschenkanhänger
  12. Rezept für die Lebkuchen
  13. Kastanienwaschmittel
  14. Saatgut
  15. Teststück Haarseife
  16. Gewürz
  17. Efeuwaschmittel
  18. Trinkschokolade
  19. Briefset aus einem Umschlag und einer Karte
  20. Gedicht
  21. Samentütchen
  22. Gewürz
  23. Rezept
  24. Bienenwachstuch
In den letzten Jahren habe ich für Flo immer denselben, selbstgemachten Kalender befüllt.

Für einen Mann mittleren Alters, mag Sport und kocht gern vegan

  1. Gewürz
  2. Rezept [für das Gewürz vom Tag davor?]
  3. Selbst gemachte Schokolade
  4. Tee
  5. Lebkuchen
  6. Selbst gemachte Sportsalbe [Bienenwachs, Chilliöl] [Nikolaus]
  7. Gedicht
  8. Kastanienwaschmittel
  9. Lebkuchen
  10. Nussmischung [aus dem Unverpacktladen]
  11. Briefumschläge
  12. Rezept
  13. Gewürz
  14. Zahnputztabletten
  15. Tee
  16. Gedicht
  17. Trinkschokolade
  18. Gutschein für einen Glühwein am Christkindlmarkt
  19. Selbst gemachte Schokolade
  20. Briefumschläge
  21. Tee
  22. Rezept
  23. Gewürz
  24. Rasierseife
Eine wunderschöne Art, die Päckchen zu nummerieren, findet ihr bei Faun&Farn

Ein Kind zwischen 3 und 10 Jahren

  1. Lebkuchen
  2. Gemeinsamer Leseabend bei Kerzenlicht
  3. Kerze [zum gemeinsam Abbrennen]
  4. Selbst gemachte Schokolade
  5. Gedicht
  6. Ein kleines Büchlein [Pixie?] [Nikolaus]
  7. Lebkuchen
  8. Kressesamen
  9. Trinkschokolade
  10. Gemeinsames Kekse backen
  11. Lebkuchen
  12. Teststück Seife [bunt und gut riechend ;)]
  13. Gemeinsamer Christkindlmarktbesuch [Samstag]
  14. Zapfen sammeln und damit basteln [Sonntag]
  15. Gedicht
  16. Nussmischung [aus dem Unverpacktladen]
  17. Zahnputztabletten
  18. Selbst gemachte Schokolade
  19. Gemeinsamer Leseabend bei Kerzenlicht
  20. Bambuszahnbürste
  21. Rodeln oder Eislaufen gehen [Samstag]
  22. Winterspaziergang [Sonntag]
  23. Gedicht
  24. Jausenbeutel aus Wachstuch, Bienenwachstuch etc.

So, jetzt hab ich so viele Ideen da gelassen, dass mir selbst nichts mehr einfällt! 😉

Viel Spaß beim Basteln!