Klimatisch eindeutig

Gibt man bei Google den Begriff „Climate change“ ein, so bekommt man sage und schreibe 593.000.000 Ergebnisse, so ungefähr. Also knapp 600 Millionen. Wenn man auf Deutsch nach „Klimawandel“ sucht, sind es immer noch gut 13,5 Millionen Treffer. Das Thema ist omnipräsent, das Internet, die Zeitungen ist voll davon. Man könnte meinen, jeder weiß inzwischen, worum es geht. Vor allem, nachdem 2018 als wärmstes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen (1768) in die Geschichte eingehen wird. In den Top 20 sind nahezu alle Jahre seit der Jahrtausendwende vertreten. Auf den Plätzen 1 -5 liegen 2018 (+1,8°C), 2014 (+1,7°C),  2015 (+1,4°C),  1994 bzw. 2016 (+1,2°C) und die Jahre 2016, 2002 und 2000 mit jeweils +1,0°C über dem langjährigen Mittel. [1]

Ja, jeder sollte wissen, worum es geht. Aber nein. Auf das heißeste Jahr der Messgeschichte folgte nämlich: ein Rekordwinter. Vor allem in Tirol (Seefeld, Kufstein und Hochfilzen) wurden bei der Neuschneesumme in den ersten beiden Jännerwochen die Langzeitrekorde gebrochen [2] und in den Bergen ist der Jänner 2019 im Mittel um 3,6°C kälter als das langjährige Mittel. [3]

https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/news/2018-mit-grosser-wahrscheinlichkeit-waermstes-jahr-der-messgeschichte

Wie nicht anders zu erwarten, ruft eine solche Anomalie, die gegen einen Trend auftritt, die Zweifler auf den Plan, allen voran den twitternden Präsident. „[climate change…] please come back, we need you!“ [4]

Die Frage, was trauriger ist, bleibt: Die Aussage an sich oder die vielen Likes?

Nun ist es bei manchen Menschen wenig verwunderlich, dass sie komplexe Zusammenhänge und Phänomene nicht verstehen können oder wollen, was mich aber grundsätzlich an der Diskussion – egal in welcher Sprache – stört, ist das systematische Verwechseln und Durcheinanderwerfen der Begriffe. Selbst Zeitungen und große „Öko-Blogs“ lachen zwar über Trump, weil er „Klima und Wetter“ nicht auseinander halten kann, zugleich verwechseln sie aber selbst Wetter und Witterung.

Damit Ihr ab jetzt auch jede Diskussion mit einer genauen Definition bereichern könnt,  gibt es heute eine kleine Übersicht über die Begriffe „Klima“, „Witterung“ und „Wetter“.

Klima

„Der Ausdruck Klima bezeichnet in seinem allgemeinen Sinne alle Veränderungen in der Atmosphäre, die unsere Organe merklich affizieren: die Temperatur, die Feuchtigkeit die Veränderung des barometrischen Druckes, den ruhigen Luftzustand oder die Wirkung ungleichnamiger Winde, die Größe der elektrostatischen Spannung, die Reinheit der Atmosphäre oder ihre Vermengung mit mehr oder minder schädlichen gasförmigen Exhalationen, endlich den Grad habitueller Durchsichtigkeit und Heiterkeit des Himmels, welcher nicht bloß wichtig ist für die vermehrte Wärmestrahlung des Bodens, die organische Entwicklung der Gewächse und die Reifung der Früchte, sondern auch für die Gefühle und die ganze Seelenstimmung des Menschen.“


A.v.Humboldt, 1745

Eine sehr lange, blumige und vor allem auf den Menschen zentrierte Erklärung, mit der allerdings der Grundstein für die moderne Klimatologie und Klimageographie gelegt wurde und die äußert umfassend wirkt. Tatsächlich fehlen darin aber einige Aspekte, die heute für die Abgrenzung von Wetter, Witterung und Klima wichtig sind. So spricht Humboldt zwar von den „Veränderungen der Atmosphäre“, doch damit kann jeder der drei Begriffe gemeint sein. Eine zeitliche oder auch räumliche Eingrenzung fehlt.

1883 versucht ein deutlich weniger bekannter Herr erneut, den Begriff Klima zu definieren. Julius von Hann begründet in Wien die moderne Meteorologie. Was für einen Unterschied die 130 Jahre zwischen den Erklärungen machen können:

„Unter Klima verstehen wir die Gesamtheit der meteorologischen Erscheinungen, die den mittleren Zustand der Atmosphäre an irgendeiner Stelle der Erdoberfläche kennzeichnen“.


J. v. Hann, 1883

Damit lässt sich schon eher was anfangen, nicht wahr? Hann setzt einen Zeitraum fest, wenn auch nur grob. Er spricht vom „mittleren Zustand der Atmosphäre“. Räumlich hapert es immer noch. „…an irgendeiner Stelle…“. Wie groß diese Stelle sein sollte, darauf geht er nicht ein.

Schauen wir doch noch einmal einige Jahre weiter: Auf der Website der World Meteorological Organisation (WMO) findet man folgendes:

„Climate in a narrow sense is usually defined as the „average weather,“ or more rigorously, as the statistical description in terms of the mean and variability of relevant quantities over a period of time ranging from months to thousands or millions of years. The classical period is 30 years, as defined by the World Meteorological Organization (WMO). These quantities are most often surface variables such as temperature, precipitation, and wind. Climate in a wider sense is the state, including a statistical description, of the climate system.”

WMO

30 Jahre, das ist also die Mindestzeitspanne, um von Klima sprechen zu können und die wichtigsten Faktoren sind Temperatur, Niederschlag und Wind.  Aber immer noch: keine räumliche Einordnung.

Im aktuellen Diskurs ist bei Klima eigentlich immer das globale Klima gemeint, der „global climate change“. Das weltweite und das österreichweite Klima sind aber logischerweise bei weitem nicht ident: weltweit etwa war 2016 mit +0,9°C das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen (Österreich: 2018, +1,8°C). 2018 liegt weltweit „erst“ auf Platz 4 (+0.77°C). [4] Die räumliche Definition ist also mehr oder weniger abhängig von der Fragestellung oder dem persönlichen Geschmack. Dennoch ist es natürlich sinnvoll, halbwegs vergleichbare Größen festzulegen und so unterscheidet man Mikro-, Meso- und Makroklima. Während das Mikroklima schon das Klima einer rund um einen Baum beschreiben kann, beginnt das Makroklima erst auf einer kontinentalen Skala. Das Mesoklima bewegt sich dazwischen, etwa wenn es um Stadtklimate geht. [5]

Klima auf einen Blick

Kurz und knapp heißt das also: Klima ist nur das, was in der Atmosphäre eines bestimmten Gebietes in mindestens 30 Jahren passiert.

Witterung und Wetter

Deutlich einfacher (und mit weniger Diskussionsbedarf der einzelnen Studienrichtungen) lassen sich Wetter und Witterung differenzieren. So schreibt die ZAMG: „Das Wetter spielt sich auf wesentlich kürzeren Zeitskalen als das Klima ab, von Stunden bis Wochen. Der über mehrere Tage bis zu einer Jahreszeit vorherrschende Wettercharakter wird auch Witterung genannt. “ [6]

„Wetter“ beschreibt den Augenblickszustand in der Atmosphäre an einem bestimmten Ort (etwa in einer Landschaft, einer Stadt…), wobei der Begriff Windböen oder ähnlich kurze Phänomene nicht erfasst: da spricht man von Mikroturbulenzen.

Der Übergang zwischen Wetter zur Witterung liegt in einem Zeitraum von mehreren Tagen und Monaten bis zu maximal einem Jahr.

Wetter und Witterung

Zusammenfassung

In Südtirol herrscht heute starker Schneefall. -> Wetter
Der Winter 2019 in den Alpen ist sehr kalt und schneereich. -> Witterung
Im Alpenraum sind die Durchschnittstemperaturen in den vergangenen 120 Jahren um knapp 2°C gestiegen. -> Klima [7]

 Quellen:
[1] https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/news/2018-mit-grosser-wahrscheinlichkeit-waermstes-jahr-der-messgeschichte
[2] https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/news/stellenweise-neuschneerekorde
[3] https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/news/auf-den-bergen-kaeltester-jaenner-seit-ueber-30-jahren
[4] https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/2018
[5] Schönwiese, C.D.: Klimatologie. 2003.
[6] https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/informationsportal-klimawandel/klimaforschung/wetter-und-klima
[7] https://www.cipra.org/de/cipra/international/projekte/abgeschlossen/cc-alps/ueber-ccalps/klimawandel-alpen

Wir sind online!

wie wir sind und was wir machen

Hallihallo! Wir sind Flo, 31 Jahre, und Maria, 28 Jahre alt und die zwei Köpfe hinter bergwurz.

Maria: Ich bin in einer großen Familie aufgewachsen, die schon sehr früh meinen Blick für nachhaltiges Handeln geprägt hat – sei es durch Mülltrennung und Recycling oder durch die Nutzung von Solarstrom, was damals noch ziemlich neuartig war. Ich durfte mit allerlei Getier aufwachsen: Hühnern, Schafen, Katzen, Hasen… Vor allem durfte ich am benachbarten Bauernhof Kälbchen füttern. Meine Tier- und Naturliebe wurden also früh geweckt! 😉

Hühner, Marias ganz besondere Lieblinge

Fast forward zum Studium: Geographie. Da kam das Wissen zur Liebe dazu. Und nach und nach auch die Erkenntnis: das, was gerade in der Welt passiert, wird sie auch kaputt machen. Also fing ich an, mir mehr Gedanken darüber zu machen, was mein persönlicher Impact auf diese Welt ist. Und als ich dann Flo kennen lernte, hatte ich endlich einen „Partner in Crime“, der vieles ebenso sah und sieht wie ich.

Florian: Bei mir war alles irgendwie anders… aber dann doch auch wieder ähnlich. Ich bin als Einzelkind in einer Wohnung in der Kleinstadt aufgewachsen. So wirklich interessiert haben mich Themen wie Nachhaltigkeit, Umwelt- und Tierschutz und ein alternativer Lebensstil noch nicht so wirklich. Ich erinnere mich nur an einige kurze Episoden im Alter zwischen 8 und 12, in denen ich immer mal wieder Gedanken aufgeschnappt habe, die aber meistens im Sande verlaufen sind. Erst in meinem Geographie-Studium ist mir bewusst geworden, dass ich mich durch die vielen Camping-Urlaube mit meinen Eltern und verschiedene Freunde doch schon immer viel und gerne in der Natur  bewegt habe und ich das Freiheitsgefühl, das einem durch eine gewisse Eigenständigkeit gegeben wird, schon immer geliebt habe.

Auf den Lofoten, Marias erster Camping-Ausflug und der Beginn einer großen Bus-Liebe

Durch einige Exkursionen mit der Universität und durch tolle Freunde hatte ich die Möglichkeit, sehr viele kulturelle Facetten und unterschiedliche Naturräume der Erde kennen lernen. Sobald ich dann einmal über den Tellerrand hinaus geblickt hatte, gab es kein Halten mehr und es kommen wie von selbst immer neue Einflüsse, die auf einen einwirken. Und wenn man dann mal angefangen hat, irgendwie anders zu denken und man dann auch noch auf einen Zweiten trifft, der genauso denkt wie man selbst, dann gelangt man schließlich an einem Punkt, wo man sich denkt: Na ja, irgendwie können wir ja dann auch aus diesen vielen kleinen Bausteinen eine runde Sache basteln. Und hier stehen wir nun…

„Gedumpsterte“ Lebensmittel (also aus dem „Müll“) werden Euch hier wohl öfter begegnen…

wollen wir leben, wie man heute leben soll?

Jeder von uns beiden hatte also seine Geschichte und seine Gedanken, die ihn antrieben. Gemeinsam wurde dann mehr daraus: mehr Gedanken, mehr Kritik, mehr Geschichte und mehr Entschluss. Und je mehr wir darüber sprachen, desto sicherer wurden wir, dass Konsum um den Konsums willen nicht unsere Lösung sein kann und wir näher und zurück zur Natur wollen.

…ebenso wie selbst gezogenes Gemüse vom Balkon oder aus dem Gemeinschaftsgarten.

was werdet ihr hier finden?


Wir wollen Euch gerne mitnehmen auf unsere Reise. Manchmal ist der Weg vielleicht besonders steil und steinig und der Rucksack viel zu schwer gepackt, voller Erwartungen und Hoffnungen, die sich nicht so erfüllen werden, wie wir erwartet hätten. All Inclusive wird’s wohl nie.

Begleitet uns doch auf unserem Weg zur Selbstversorgung, vielleicht zum Earthship, zum nachhaltigeren Leben!